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Viktoriaschule

Gymnasium der Evangelischen Kirche im Rheinland - Staatlich anerkannte Ersatzschule

Warmweiherstr. 4-8

52066 Aachen

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Schuljahr 2014/15: Besuch im Zeichen der deutsch-französischen Verständigung

Abordnung von Viktoriaschülern bei unserer Partnerschule in Reims. Die deutsch-französischen Beziehungen als historischer Auftrag

Reims. Eine Gruppe von vier Schülern aus dem gegenwärtigen Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe Q2 ist für einen Tag nach Reims gereist, um dort an einer Gedenkfeier unserer Partnerschule teilzunehmen. Die Viktorianer wirkten mit an einem bunten Abend, der ganz im Zeichen der deutsch-französischen Beziehungen stand.
Trotz zahlreicher Klausurtermine hatten Melissa Medoch, Anne Bonczek, Martin Fischer und Marius Kruft sofort zugesagt, als sie von ihrem Kursleiter gefragt wurden, ob sie eine Feierveranstaltung des Lyzeums Jean Jaurés besuchen und zu dieser einen Beitrag erarbeiten würden.

 

Reims 2014 - Viktoriaschüler 1

 

Über drei Tage zog sich die große Feier zu Ehren des Schulpatrons Jean Jaurés, der dem Lyzeum seinen Namen gab. Der große französische Sozialist und Pazifist, der am Vorabend des Ersten Weltkrieges ermordet wurde, stand im Zentrum einer Präsentationsreihe mit einer ergänzenden Ausstellung. Yohann Chanoir, seines Zeichens Geschichtslehrer und der Mann, der unter anderem federführend für den Reims-Austausch mit Schülern der Jahrgangsstufe 9 verantwortlich zeichnet, hatte im Vorfeld angefragt, ob die Viktoriaschule einen Beitrag leisten könne.

 

Reims 2014 - Viktoriaschüler 2Zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Harald Egerland fuhren die vier Viktorianer um 8 Uhr morgens los und waren zur verabredeten Zeit am Ort. Nach einem kurzen Empfang machten sich die Schüler an die Arbeit, um ihre Präsentation technisch vorzubereiten. Am Nachmittag dann folgte die insgesamt dreistündige Veranstaltung, die die Reihe um Jean Jaurés abschloss. Hatte man sich in den vergangenen Tagen eher mit Jaurés selbst, seiner Ermordung und seiner humanistischen und kulturellen Bedeutung gewidmet, so stand auf der letzten Etappe seine Bedeutung um die Völkerverständigung mit dem „Erbfeind“ Deutschland auf dem Programm.

 

Die erste Runde machten die Historiker. Moderator Benoit sprach mit den Fachleuten, unter anderem mit Chanoir und seinem Kollegen Michel Royer. Sie beide haben ein großformatiges Buch „Reims 14/18“ mit zahlreichen Bildern veröffentlicht, in dem auch der spätere Austausch zwischen Reims und Aachen ein gesondertes Kapitel erhalten hat. Royer berichtete von den Anfängen im Jahr 1950, als es nach zwei Kriegen und zahlreichen Opfern gar nicht so leicht war, eine Verbindung mit Deutschland herzustellen. Er erzählte von Charles de Gaulle und dessen historischem Treffen mit dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer, von der Suche nach Partnerstädten und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Schließlich sei man bei Aachen gelandet – und die Reimser zeigten sich an der deutschen Stadt wesentlich mehr interessiert als an dem vermeintlich attraktiveren Florenz.

 

Reims 2014 - Historiker diskutieren

 

Schüler des Lyzeums führten eine Jaurés-Rede auf, die dieser 1903 in Deutsch gehalten hatte, und in der er zu einer Völkerverständigung in bemerkenswert modern anmutenden Worten aufrief. Es folgten musikalische und getanzte Beiträge, die von einem bewundernswert hohen Grad an Professionalität zeugten und die deutschen Gäste begeisterten.

 

Reims 2014 - Schüler tragen Jean Jaures vor

 

Reims 2014 - Tänzer

 

Schließlich waren die deutschen Gäste an der Reihe. Anne, Melissa, Marius und Martin hatten die deutsch-französische Annäherung nach dem Ersten Weltkrieg in den Blick genommen und berichteten über die Verhandlungen zwischen Aristide Briand und seinem deutschen Kollegen Gustav Stresemann, die schließlich zum Locarno-Pakt und dem Friedensnobelpreis führten, den die Verhandlungspartner nicht zuletzt deshalb erhielten, weil sie es vermochten, scheinbar unverrückbare Feindbilder zu überwinden. Ein anderer Blick galt der Literatur. Hier wurden Erich Maria Remarque und sein kaum bekannter Schriftstellerkollege Peter Schmitz aus Eupen dem Publikum vorgestellt. Beide sorgten in ihren Kriegsromanen für einen Aufbruch der vorhandenen Feindbilder und riefen zur Verbrüderung aus.
Den Schluss bildete ein Chor aus Schülern und Lehrern, der Beethovens „Ode an die Freude“ darbot. Mit dem allgemeinen Wunsch nach Versöhnung und Verbrüderung endete die Veranstaltung, die einen würdigen Rahmen hatte.

Schulleiter Vincenot bedankte sich bei der Abordnung der Viktoriaschule mit herzlichen Worten. An diesem Abend wurde erneut deutlich, wie immens wichtig der Kontakt beider Schulen ist – und wie sehr der kulturelle und soziale Austausch gewünscht und geschätzt wird.

 

Reims 2014 - Vincenot mit Chor

 

Am Ende hieß es Dank sagen für ein vorbildliches Beispiel an Willkommenskultur und Abschied nehmen, denn der deutschen Abordnung stand ein langer Heimweg bevor. Vor Mitternacht waren aber alle Schüler wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

 

Harald Egerland



Autor: mentjes -- 29.12.2014; 11:23:20 Uhr

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