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Viktoriaschule

Gymnasium der Evangelischen Kirche im Rheinland - Staatlich anerkannte Ersatzschule

Warmweiherstr. 4-8

52066 Aachen

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Schuljahr 2013/14: Auschwitzfahrt 2014

Wie jedes Jahr veranstaltete unsere Schule die Begegnungsfahrt nach Auschwitz - diesmal vom 5. - 9. März. Wir Schüler mussten vorher eine Bewerbung schreiben, um zu zeigen, dass uns dieses Thema wirklich interessiert, sodass wir am Ende eine Gruppe von 18 Personen waren.
Wir alle starteten mit gemischten Gefühlen in die Fahrt: Einerseits waren wir sehr gespannt und bereit, etwas zu lernen, andererseits hatten wir aber auch Angst vor dem, was uns erwarten würde.

Durch den Geschichtsunterricht und einigen Vortreffen hatten wir zwar schon Vorwissen, jedoch wussten wir, dass die Fahrt nun aus Zahlen und Fakten persönliche Erfahrungen machen würde.
Nachdem die Fahrt nach Oświęcim, dem früheren Auschwitz, den ganzen Tag beansprucht hatte, kamen wir im ,,Zentrum für Dialog und Gebet“ an. Einige hatten die Vorstellung eines Buches, das etwas mit dem Thema zu tun hatte und das wir den anderen empfehlen wollten, vorbereitet. Am Abend trafen wir uns und begannen mit dem ersten Buch, ,,Der Junge im gestreiften Pyjama“, woraufhin wir auch den Film schauten. Es war ein erster Einstieg, hinterließ zudem eine bedrückende Stimmung.
Am nächsten Morgen ging es zu Fuß in das 10 Minuten entfernte „Stammlager“, Auschwitz I. Durch eine Führung erfuhren wir so viele wichtige Dinge und bekamen diese auf unserem Gang hautnah mit. Wir gingen unter dem Schild ,,Arbeit macht frei“ hindurch, genauso wie abertausende Gefangene vor uns. Uns wurden ehemalige Häftlingsbaracken gezeigt, in denen nun beispielsweise Schuhe und Koffer der Häftlinge ausgestellt wurden, doch zutiefst berührten uns die Tonnen an abgeschnittenen Haaren, die einen Teil einer ganzen Baracke einnahmen. Erst dort konnten wir die Grausamkeiten richtig begreifen. Schlimm waren außerdem die neu aufgebaute Todeswand und eine Baracke mit Zellen, die der Folterung von Häftlingen gedient hatten. Zum Abschluss der Führung besuchten wir eine der ersten Gaskammern, die den Tod von einer Zahl von Menschen bedeutet hatte, die wir uns einfach nicht vorstellen konnten.
Am Nachmittag ging es mit dem Bus nach Oświęcim, wo wir die einzige jüdische Synagoge besuchten, die nur noch als Museum dient. Dort bekamen wir einen Eindruck in das jüdische Leben. Heutzutage gibt es dort keine jüdische Gemeinde mehr. Am Ende des Tages trafen wir uns erneut zu einer Reflektionsrunde, in der wir unsere Eindrücke austauschten und die uns half, über all das hinwegzukommen.

Ziemlich bedrückt ging es am Freitag in das Lager Birkenau, Auschwitz II. Wo uns im „Stammlager“ vor allem die persönliche Nähe zu den Gefangenen zu schaffen gemacht hatte, war hier die unglaubliche Größe überwältigend. Wir besuchten exemplarisch eine Sanitäts- und eine Schlafbaracke und die Zustände, in denen dort Menschen leben mussten, schockierte uns alle.

 

Auschwitzfahrer 2014 mit dem Zeitzeugen Karol Tendera

Ein weiterer Programmpunkt an diesem Tag war das Gespräch mit einem 93-jährigen polnischem Zeitzeugen. Über mehrere Stunden erzählte er uns seine zutiefst berührende Geschichte. Zudem zeigte er uns auch seine eintätowierte Häftlings-nummer, was alles noch realer werden ließ.  Wir konnten kaum glauben, was dieser Mann durchmachen musste, jedoch sind wir froh, dass wir die Chance hatten, ein solches Gespräch zu führen und die Geschichte direkt übermittelt zu bekommen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Am letzten Tag fuhren wir früh mit dem Bus nach Krakau, wo wir an einer dreieinhalbstündigen Führung durch die Innenstadt teilnahmen. Die Stadt und die Führung gefielen uns sehr und waren ein willkommenes Abwechslungsprogramm zu den letzten Tagen. Wir hatten außerdem die Möglichkeit, die Stadt selbst zu erkunden und Polen mit seiner Kultur kennenzulernen. Den Abschluss in Krakau bildete ein schönes gemeinsames Abendessen, sodass wir diese Zeit nicht nur mit schlimmen Eindrücken verlassen konnten. An diesem Tag fiel einem das Lachen wieder leicht und wir sammelten auch schöne Erinnerungen an Polen. Am nächsten Tag ging es zurück nach Deutschland.
Insgesamt war die Fahrt sicher nicht nur gut, um einiges zu lernen, sondern auch um neue zwischenmenschliche Erfahrungen zu machen, die uns auf unserem weiteren Weg begleiten werden. Die Fahrt gab uns einen genauen Einblick in die damalige Situation, die nicht immer schön waren, jedoch aber dazu geführt haben, auch über unser eigenes Leben nachzudenken. Hilfreich waren auch die Reflektionsrunden, in denen wir abends zusammensaßen, und in denen wir alles loswerden konnten. Es tat gut, mit anderen über unsere Gefühle und Eindrücke zu sprechen und zu sehen, dass man damit nicht alleine war. Wir sind der Überzeugung, dass diese schlimme Zeit, in der so viele unschuldige Menschen gestorben sind, nicht vergessen oder verdrängt werden darf.
Die Fahrt war sicher nicht unanstrengend und auch sehr belastend, doch sind wir alle froh die Chance gehabt zu haben, persönliche Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen. Dadurch können wir jedem nur empfehlen diese Erfahrungen selbst zu machen. Ich denke, ich spreche für alle Teilnehmer, wenn ich, besonders zu Frau Petereit, Frau Nemnich und Herrn May gewandt, sage: Danke, danke dafür, dass Sie immer für uns da waren und sind, und für die gesamte Fahrt!

 

Paula Schönfelder



Autor: mentjes -- 28.05.2014; 19:04:48 Uhr

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