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Viktoriaschule

Gymnasium der Evangelischen Kirche im Rheinland - Staatlich anerkannte Ersatzschule

Warmweiherstr. 4-8

52066 Aachen

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Geschichte der Viktoriaschule

ViktoriaMit 34 Sextanerinnen begann am 28. April 1870 die Geschichte der Viktoriaschule, die damals noch „Evangelische höhere Töchterschule“ hieß. Burtscheider Bürger hatten sie gegründet, im selben Jahr öffneten auch das Luisenhospital und die Technische Hochschule ihre Pforten.

Daran wird deutlich, dass die Evangelischen und das preußische Element im katholischen Aachen im Laufe das 19.Jahrhunderts stärker und einflussreicher geworden waren.

So war es folgerichtig, dass sich das Kuratorium 1880 mit Erfolg darum bemühte, die damalige Kronprinzessin Viktoria für das Protektorat der neuen Schule zu gewinnen. Die Tochter der Queen Viktoria war später für 99 Tage deutsche Kaiserin, eine Frau, die sich sehr stark für die Mädchenbildung und die verbesserte Stellung  der Frau in der Gesellschaft eingesetzt hat.

Es gibt also gute Gründe dafür, dass die Schule bis heute ihren Namen trägt. Von Anfang an herrschte in der Viktoriaschule ein liberaler Geist, so war sie auch immer offen für katholische oder jüdische Mädchen.

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Schule immer wieder ihre Form verändert. 1929 fand das erste Abitur statt. 1935 wurde sie im Zuge der Gleichschaltung der konfessionellen Schulen durch das Naziregime gezwungen, ihre Eigenständigkeit aufzugeben und mit dem Mädchengymnasium St. Leonhard zur städtischen Oberschule I und II zu fusionieren. Das Schulgebäude fiel den Bomben zum Opfer. Doch die evangelischen Aachener ließen nicht locker. 1956  gründeten sie die Schule neu und erstellten einen Neubau an der alten Stelle.

Weitere wichtige Stationen der alten /neuen Schule: 1971 Einführung der Koedukation;1974 Übernahme der Trägerschaft durch die Ev. Kirche im Rheinland, weil der Aachener Kirchengemeinde das Geld ausging; 1976 Einführung der differenzierten Oberstufe mit drei Leistungskursen (Viktoriamodell, besonders genehmigt); 1980 Eröffnung des neu erbauten Oberstufenhauses.


Wie es 1956 wieder begann

Frühjahr 1956, die Viktoriaschule wird nach der Zwangspause wieder von interessierten Bürgern und der Evangelischen Gemeinde Aachen gegründet. Die amtliche Zulassung liegt vor, aber es findet sich niemand, der den Neubeginn als Schulleiter wagen will. Letzter Ausweg: eine Anfrage an das Kölner Ausbildungsseminar. Und so erreicht mich völlig ahnungslosen, frischgebackenen Assessor die unvermutete Aufforderung, mich im Düsseldorfer Schulkollegium zu meiden. Dort wurde ich mit der offiziellen Frage konfrontiert, ob ich die Leitung der neu zu gründenden Schule provisorisch übernehmen wollte. 10 Minuten Bedenkzeit, das Risiko, das Unbekannte reizt mich, also Zusage. Weder bin ich jemals in Aachen gewesen, noch weiß ich etwas von der Bedeutung der Viktoriaschule und den Hintergründen dieses verblüffenden Angebots.

Am gleichen Abend finde ich mich bereits in Aachen wieder. Schon am nächsten Tag halte ich die Aufnahmeprüfung für die angemeldeten Sextanerinnen ab. 26 kleine Mädchen bilden die Anfangsklasse. Es gehörte schon Mut und Vertrauen der Eltern dazu, dieser provisorischen Schule ihre Kinder anzuvertrauen. Wir unterrichten in einem Raum des Evangelischen Verwaltungsamtes in der Michaelstraße. Ein winziges Kollegium deckt die Stunden ab. Frau Vent gehört u.a. zu den Lehrern der ersten Stunde. Ich gebe zusätzlich zu meinen Fächern Deutsch und Erdkunde noch Sport (ohne Geräte und Turnhalle) und Handarbeit (hier lese ich Pippi Langstrumpf vor). Dazu habe ich das Amt der Schulsekretärin, grüble über amtlichem Schriftverkehr, lerne, dass man ein Tagebuch für die Post führen muss, habe aber wenigstens eine Schreibmaschine zur Verfügung, die in meinem kleinen möblierten Zimmer unter dem Bett steht.

Mit den Schülern werden alle Geburtstage gefeiert, Schulausflüge veranstaltet, und selbst das Sportfest findet statt. Allerdings muss ich 2 Stoppuhren bedienen, und bisweilen kommt der zweite Läufer laut Uhr eher an als der erste. Schadet nichts, wir haben Spaß und Urkunden gibt es auch.

Allmählich kann ich auch einige Anschaffungen für den Klassenraum machen: Papier, Karte, Kartenständer. Immer wieder geschieht es, dass bei den Gesprächen mit Aachenern ganz überrascht gefragt wird: "Was, die Viktoriaschule gibt es wieder?". Man merkt, welche Rolle diese Schule in Aachen und für die Aachener gespielt hat. Und der schönste Erfolg ist es, dass nach einem Jahr trotz aller Schwierigkeiten genügend Anmeldungen für die folgende Klasse vorliegen, der Mut und die Mühe aller an der Wiederbegründung Beteiligten sich gelohnt hat und das Fundament gelegt werden konnte, auf dem die Viktoriaschule sich zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelt hat.


Karin Boelk

(Aus der Festschrift zum 125jährigen Bestehen der Viktoriaschule)



Autor: mentjes -- 18.01.2015; 16:14:16 Uhr

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